Teamcenter RAC Customization

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Teamcenter RAC Customization

Neben der Möglichkeit eine Software, wie zum Beispiel das PDM-System Teamcenter, so zu nutzen, wie es vom Hersteller geliefert wurde nutzen viele Kunden die Chance eigene Vorstellungen von Prozessen und Ansichten umzusetzen. Hier soll exemplarisch gezeigt werden, wie am PDM-System Siemens Teamcenter eine Anpassung der Benutzeroberfläche, sowie die Einbindung einer eigenen Programmlogik erfolgen kann.

Was ist der Teamcenter RAC?

Der Rich Application Client (RAC) ist die am weitesten verbreitete Benutzeroberfläche von Teamcenter. Mit Hilfe des RAC kann der Anwender auf alle für ihn wichtigen Funktionalitäten von Teamcenter zugreifen.

Bei einem Rich Application Client handelt es sich, im Allgemeinen, um ein grafisches Benutzerinterface mit eigener Logik, basierend auf einer Rich Client Plattform (RCP). Eine Rich Client Plattform ist wiederum ein Framework, mit der Plug-In-basierte Applikationen entwickelt werden.

Was bedeutet das?

Ein Plug-In ist ein Softwarebaustein und kann den Umfang von einer einfachen Funktion, bis hin zu einem komplexen Programm haben. Dies bedeutet für den Anwender, dass der Teamcenter Client an jeder Stelle beliebig umfangreich erweitert werden kann.

Fangen Sie an, den Client so zu gestalten, dass er Ihnen die Funktionen zur Verfügung stellt, die Sie benötigen und verwandeln Sie „out of the Box“ in Ihr persönliches Teamcenter. Dabei nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten und stellen den PDM-Gedanken in Ihrem Unternehmen so auf, dass sich die Ideale und Ansprüche Ihres Unternehmens für jeden Anwender wiederspiegeln.

In dem Nachfolgenden wird beschrieben, wie eine einfache Plug-In Erweiterung erstellt werden kann.

Extension Points

Um eine bestimme Stelle einer Plug-In basierten Applikation zu erweitern, werden Extension Points verwendet. Extension Points werden in der Plugin.xml des Plug-Ins definiert und beschreiben die Stellen, an der das Plug-In den RAC erweitert.

Im folgenden Beispiel wird das Kontextmenü des RACs von Teamcenter um einen eigenen Menüeintrag erweitert. Dafür werden drei Extension Points geschrieben:

• Org.eclipse.ui.commands

• Org.eclipse.ui.handlers

• Org.eclipse.ui.menus


TeamcenterMenüerweiterung


Der „commands“-Extension-Point erweitert den RAC um einen benutzerdefinierten Steuerbefehl. Der Steuerbefehl ist eine abstrakte Repräsentation und noch nicht die eigentliche Implementierung. Die eigentliche Implementierung wird im „handlers“-Extension-Point erstellt. Der „handlers“-Extension-Point verweist auf den vorher erstellten Steuerbefehl und auf eine Klasse in unserem Plug-In.

Mit dem „menus“-Extension-Point wird der eigentliche Eintrag im Kontextmenü erstellt. Der Eintrag verweist auf den zuvor definierten Steuerbefehl.

Beitrag JH Bild2

Das Ergebnis dieser Erweiterung sieht wie folgt im RAC von Teamcenter aus.


Abb 2: Eigener Kontextmenüeintrag


Wie in Abbildung 2 zu erkennen ist, wurde dem Kontextmenü ein Eintrag hinzugefügt. Dieser erhält seinen Anzeigenamen aus dem Extension-Point „commands“ und dort aus dem XML-Feld „name“.

Java Code

In der Plugin.xml wurde eine Klasse angegeben, die bei dem Auslösen des Steuerbefehls aufgerufen werden soll. Die Klasse in dem Plug-In die aufgerufen wird, muss die abstrakte Klasse AbstractHandler implementieren. Die von uns überschriebene execute-Funktion wird durch das Auslösen des Steuerbefehls, also durch das Klicken auf den Kontextmenüeintrag, aufgerufen. In diesem Beispiel erscheint ein Popup-Fenster mit der Nachricht „Hello world“.


Abb. 3: Handler Implementierung


Serviceorientierte Architektur

Serviceorientierte Architektur, kurz SOA, ist ein Architekturmuster, welches mehrere (evtl. verteilte) Dienste zusammenführt und auf einer höheren Abstraktionsebene abbildet. Teamcenter bietet eine solche SO-Architektur an. Die hohe Abstraktionsebene macht komplexe Operationen wie z.B. das Erstellen eines Items mit ein paar Funktionsaufrufen möglich.

Bei der Entwicklung eines Plug-Ins für den RAC von Teamcenter kann auf diese SOA Services zugegriffen werden. Dies ermöglicht einen hohen Automatisierungsgrad mit Anpassungen in der Oberfläche und geringem Entwicklungsaufwand.

Deploy

Die zentrale Verwaltung der Clients ist für die Administration immer ein wichtiger Punkt. Das Hinzufügen, Revisionieren oder Entfernen von Plug-Ins kann über einen, im Netzwerk geteilten, Ordner realisiert werden. Dafür muss nur im „links“-Ordner des Clients eine „.link“-Datei erstellt werden, die den Pfad zum geteilten Ordner enthält.

Abb. 4: Client Plug-In Link


Verschiedene Clients können auf verschiedene oder mehrere Plug-In Ordner verlinkt werden. So kann sichergestellt werden, dass jedem Anwender die neusten Plug-Ins zur Verfügung stehen, die für seinen speziellen Anwendungsfall benötigt werden.

Fazit

Eine RAC Anpassung ist ein einfacher Weg, um dem Anwender in Teamcenter neue Funktionen zur Verfügung zu stellen. Über die SOA Schnittstelle kann auf eine große Anzahl an Funktionen zugegriffen werden. Da der RAC von Teamcenter komplett Plug-In basiert ist, ist ein Menüeintrag nur der Anfang für den Einstieg in die umfassende Umgestaltung Ihrer Systemlandschaft. Der Anpassung sind keine Grenzen gesetzt. Von eigenen Views, bis zur Implementierung einer ganz neuen Software ist alles möglich.

Links:

https://www.itwissen.info/RCP-rich-client-platform-Rich-Client-Plattform.html

http://help.eclipse.org/kepler/index.jsp?topic=%2Forg.eclipse.platform.doc.isv%2Freference%2Fextension-points%2Forg_eclipse_ui_commands.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Serviceorientierte_Architektur

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